Chronik

Inhaltsverzeichnis

Das Feuerlöschwesen in der Stadt Eschenbach in alter Zeit

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eschenbach

Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr bis 1933

Die Zeit des Dritten Reiches und die Auflösung

Neuanfang nach dem Kriege

Die Freiwillige Feuerwehr heute

Oskar Geidner

Die Geschichte des Feuerlöschwesens in Wolframs-Eschenbach

Das Feuerlöschwesen in der Stadt Eschenbach in alter Zeit

Die mittelalterlichen Städte waren früher ständig vom Feuer bedroht. Schon wegen der geschlossenen Bauweise, der Holzbauten (Fachwerkhäuser) und in vielen Städten auch wegen der Stroh- und Schindeleindeckung konnte jeder kleine Brandfall schnell zur Katastrophe führen. Strohdächer stellten für Eschenbach seit dem 13. Jahrhundert keine Probleme mehr dar, sind doch seit diesen Zeiten bereits durchwegs Ziegel­eindeckungen(Nonnendächer) nachweisbar.
Brandkatastrophen haben ganze Städte oder Stadtteile vernichtet und bildeten immer eine latente existentielle Bedrohung der Städte. Auch Eschenbach dürfte um 1410 eine solche Katastrophe erlebt haben, die fast die gesamte Stadt, mit Ausnahme der wenigen Steinbauten (Kirche und Wehrbauten) eingeäschert haben dürfte.
Der Deutsche Orden als Landesherr in Eschenbach und später die Stadt waren daher ständig bestrebt das Risiko von Bränden durch feuerverhütende Maßnahmen so gering wie möglich zu halten.
Breiten Raum nahmen daher in den damaligen „Policey-Ordnungen” die vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen ein. Diese reichten von der Lagerung brennbarer Materialien über Bestimmungen für Handwerker, die viel mit Feuer umgingen (z.B. Bäcker, Brauer) und feuergefährliche Handlungen (z.B. Flachsdörren, Umhergehen mit „brennend Schleisen über die Gassen…”) bis hin zu baupolizeilichen Vorschriften (Kamine, Feuerstätten etc.). Durch die städtischen Feuerbeschauer (Feuerbeschieder) wurde die Einhaltung dieser Vorschriften mehrmals im Jahr genauestens überprüft. Verstöße dagegen wurden mit empfindlichen Strafen belegt, wie uns aus vielen noch erhaltenen Feuerbeschau-Protokollen überliefert ist.
Auch der Hochwächter auf dem Kirchturm und die Nachtwächter auf den Gassen dienten dem vorbeugendem Brandschutz; hatten sie doch vor allem ihr besonderes Augenmerk auf ausbrechende Brände zu richten und eventuellem Brandgeruch nachzuspüren. Bei Bränden hatten sie die Bürgerschaft sofort zu alarmieren. So konnte z.B. 1777 gegen 1 Uhr nachts, durch die Aufmerksamkeit des damaligen Stadttürmers Eder, ein Feuer im „Speißgewölbe des Amtshauses” (heute Alte Vogtei) rechtzeitig erkannt, die Hausbe­wohner alarmiert, der Brand schnell gelöscht und Schlimmes verhütet werden.
Für den Brandfall selbst wurden in den sog. „Policey-Ordnungen”, später in eigenen Feuerordnungen bzw. Feuerlöschordnungen Regelungen getroffen.
Wie so eine allgemeine Anweisung für den Brandfall aussah ist uns in der „Erneuerten Policey-Ordnung der Stadt Eschenbach” von 1683 überliefert:
„Wann feuer auskombt, so beschrihen wirdt, sollen sich also balden die Tachdeckher, Mauherer, undt Zimerleuth mit Ihren Zeug dabey finden lassen, darmit, und wo es von nöthen sein wirdt daß mann etwa uffbrechen, oder raumen mäste, daß sie also balden mit Ihren Hackhen, und deckhleithern darzu gefasst wären. Undt nach deme alle andere bereitschaften zum fewer gehörigen bey vorgewesstem anwesen, mehren Theihls vergangen, undt verkomen als sezt, undt ordnet gnädige herrschaft als folgt nemblichen: Unter daß Rathaus sollen widerrumben gemacht, und verordnet werden drey Leythern, und drey feuerhackhen.
Item uff ermeltes Rathaus uff dem dantzboden 12 lederne feuer Kübel, dan auff die Rathstuben 2 bis 4 messinge Wasserspritzen.
Item in das Herrenhaus zu dem brunen 12 lederne feuer Kübel, in gleichen in den beystadel ein gantz geruster fewer wagen, sambt aller seiner zu gehörung . Item in ermelten Stadel 6 feuwer Kuffen uff schlaiffen.
Diese 6 Kuffen sollen von Johannis bis Michaelis versetzt werden, als zwo bey dem brunnen auff dem Marckht, zwo bey dem brunnen vor……, und zwo bey dem bronnen…. Diese sollen jederzeith durch den Ambt Knecht und flurer mit wasser gefüllt, und in bereithschaft gehalten werden undt solle sonsten ein jeder burger deren hausser nambhaft, und forn an der Gassen stehen, mit 2 Leuthern, und die andere hausser in nebengassen. Jedes haus miet einer läthernen feuerkübel gefaßt sein, und in bereitschaft stehen massen bey beschawung der fewerstätt auch darauf bedacht, und die mängel erinnerth und befollen werden sollen…”

Jahrhundertelang mußte mit Wasserkübeln, die von Eimerketten an die Brandstelle geschafft wurden, die Flammen direkt bekämpft werden. Leitern und Reißhaken zum Einreißen von Dächern und Wänden, waren die einzigen technischen Hilfsmittel jener Zeit. Bei der Brandbekämpfung im 17.Jahrhundert sind in Eschenbach zusätzlich noch bis zu vier Handspritzen nachweisbar. Die Wirkung dieser je nach Größe 3 – 4 Liter fassenden Spritzen dürfte äußerst gering gewesen sein.
Die Weiher (Schießweiher und Badweiher, später auch der Froschmühlweiher), die Brunnen (1743 waren es 83 öffentliche und private) und einige vor diesen aufgestellte Feuerkufen lieferten im Ernstfall das Löschwasser. Die Brunnen und die Weiher wurden ebenfalls wegen ihrer Bedeutung laufend überprüft und instandgesetzt. Die Feuerkufen, die vom Frühjahr bis Herbst immer einsatzbereit an verschiedenen Brunnen stan­den, mußten ständig von städtischen Bediensteten (z.B. Amtsknecht, Flurer, Viertelmeister etc.) überprüft, gefüllt und einsatzbereit gehalten werden. Die Handspritzen, Feuerhaken, Leitern und dazu 12 lederne Feuereimer wurden auf dem Rathaus ver­wahrt und im Brandfalle vom Amtsknecht ausgegeben.
Anfangs hatten die Häuser in der Hauptstraße je 2 Leitern und die Häuser in den Nebengassen jeweils einen ledernen Feuerkübel bereitzuhalten. Später war für jeden Haushalt nur ein lederner Feuerkübel Pflicht, der bei den Feuerschauen auch regelmäßig überprüft wurde. Für die Leitern hatten die entsprechenden Handwerker (Zimmerer und Maurer) zu sorgen.

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Hölzerne Handspritze wahrscheinlich 1732 und lederner Feuerlöscheimer 18. Jahrhundert
aus Eschenbach (heute Alte Vogtei)

Die allgemeine Vorschrift in der „Policey-Ordnung” von 1683 scheint nicht die notwendige Wirkung im Ernstfall gezeigt zu haben. Daher ging der Deutsche Orden dazu über separate „Feuerordnungen” bzw. „Feuerlöschordnungen”, bei denen die einzelnen Aufgaben und Dienste namentlich genannten Personen übertragen wurden, aufzustel­len um eine gewisse Ordnung und Organisation im Brandfalle zu erreichen.
Die älteste für die Stadt Eschenbach überlieferte namentliche Feuerordnung stammt aus dem Jahre 1688.Diese zeigte bereits moderne Strukturen.
So wurde für jede der damals 5 Feuerkufen eine eigene „Löschmannschaft” zusammengestellt, die wie folgt zusammengesetzt war:
• Fahrer der Feuerkufen
• Männer für Feuerleitern
• Wasserschöpfer
• Männer mit Feuerkübeln (für Eimerketten)
• Männer zur Bedienung der Feuerspritzen
• Dachsteiger

Daß jeder Brandfall in einem städtischen Gemeinwesen gleichzeitig einem Ausnahmezustand gleichkam, zeigen die Feuerordnungen auch.
So hatten im Brandfalle die beiden Torwächter mit Ober- und Untergewehr bewaffnet vor den Toren aufzuziehen. Diese wurden von weiteren Wachen (Bürgern) verstärkt. Vor dem Amtshaus zogen Schildwachen auf und auf den Straßen und am Brandplatz hatten Bewaffnete zu patrouillieren, die von den Viertelmeistern befehligt wurden, um Plünderungen zu verhindern. 1732 schaffte die Stadt 4 verbesserte Handfeuerspritzen aus Holz an. Als wesentliche Verbesserung kann dies jedoch aufgrund der beschränkten Wirkung nicht angesehen werden.
Da die Feuerordnungen bzw. Löschordnungen namentlich geführt wurden, mußten diese von Zeit zu Zeit ergänzt bzw. neu aufgestellt werden, so 1705, 1721, diese von Zeit zu Zeit ergänzt bzw. neu aufgestellt (renoviert) werden, so 1705, 1721, 1743, 1744, 1766, 1790.
Dann endlich 1765 im Juli wurde die erste Feuerspritze (tragbare Druckspritze) für die Stadt Eschenbach vom Glockengießer Joseph Weingarthner aus Lauingen geliefert (heute in der Alten Vogtei). Der volle Kaufpreis 525 fl (=Gulden) wurde von der Pfründestiftung ausgeliehen. Dieser Betrag mußte von der gesamten Bürgerschaft und den Untertanen (auch auf dem Lande), entsprechend ihrem steuerbaren Kapital, in 3 Umlageraten (1766, 1767 und 1768) aufgebracht werden. Damit wurde die Brandbekämpfung, bezogen auf die bisherigen Verhältnisse (Bekämpfung mit Wassereimern und Handspritzen), erheblich verbessert.
Doch beim ersten großen Einsatz (Brand des oberen Torturmes) am Himmelfahrtstag 1769 zeigte sich, daß die Wirkung und die Reichweite (die Spritze besaß nur ein Wende­rohr und keinen Schlauch) für eine Stadt wie Eschenbach nur bedingt ausreichend war. Nur dem Eingreifen des ansbachischen Offizier-Wachtmeisters v. Eyb mit seinem Kommando aus Triesdorf und der mitgeführten „Feuerkunst” (Spritze) und dem Merkendorfer Verwalter samt dessen Spritze war es zu verdanken, daß der Brand schnell unter Kontrolle gebracht und das Übergreifen auf die Stadt verhindert werden konnte. Als großer Nachteil bei Brandfällen erwies es sich auch, daß kein eingespieltes Team vorhanden war. Der Ernstfall und die jedem einzelnen in den Löschordnungen zugedachten Funktionen und Aufgaben wurden nie geübt. Lediglich die Mannschaft für die Feuerspritze sollte einmal im Jahr üben. Das Chaos im Brandfalle kann man sich lebhaft vorstellen.
Bis zum Übergang an Bayern (1806) hatte der Vogt als Statthalter des Deutschen Ordens bzw. ab 1796 als Beamter der Preußen das Kommando bei den Löscharbeiten. Er wurde dabei von den Bürgermeistern unterstützt.
Auch der Übergang an Bayern brachte hinsichtlich der Brandbekämpfung keinerlei Änderungen mit sich. Zwar hatten künftig die Bürgermeister das Kommando an der Brandstätte, aber an der Organisation und der Struktur der „Pflichtfeuerwehr” änderte sich nichts. Nur die bisher auf freiwilliger nachbarschaftlicher Hilfeleistung beruhende Unterstützung im Brandfalle wurde nun festgeschrieben. So mußten im Brandfalle Feuerreiter in die umliegenden Orte Windsbach, Merkendorf, Ornbau, Heilsbronn und Mitteleschenbach gesandt werden um diese zu alarmieren.
Daß die technische Ausrüstung für die Brandbekämpfung mit der fast hundert Jahre alten Feuerspritze unzulänglich war, zeigte sich wieder beim Brand des Hauses Nr. 2 (heute Hauptstraße 7) im Sommer 1855. Sogar der Pfarrer eilte mit dem Allerheiligsten zur Brandstätte um das Feuer zu segnen. Nur durch den Einsatz der Merkendorfer Feuerspritze konnte für die Altstadt schlimmeres verhindert werden.
Dies schien bei den führenden Männern der Stadt doch einige Betroffenheit hinterlas­sen zu haben. Doch es dauerte noch Jahre bis man sich zur Anschaffung einer neuen Feuerspritze mit Saugwerk und Schläuchen durchringen konnte. Das größte Hindernis war wie immer die finanzielle Lage der Stadt.
Dann im Dezember 1862 brach für das Feuerlöschwesen in Eschenbach eine neue Ära. Am 5. Dez. 1862 wurde die neue Feuerspritze von Dominik Kirchmaier, München (Mechaniker der kgl. Hof Feuerlösch-Anstalt) angeliefert. Finanziert wurde die 1000 fl. teuere Spritze durch einen Zuschuß von 300 fl. aus den Gewinnanteilen der Münchner und Aachener Mobilien-Feuerversicherungsgesellschaft. Der Rest wurde als Darlehn von der Leprosenstiftung Eschenbach aufgenommen.
Auch die alten Spritzen (darunter die von 1765) wurden 1863 durch D.Kirchmaier umgebaut, damit die Anschlüsse für die Schläuche kompatibel wurden.
Damit standen der „Pflichtfeuerwehr” Eschenbach zwei Fahrspritzen und eine Tragspritze zur Verfügung, die auf den technischen Stand gebracht waren. Über die zweite damals vorhandene Fahrspritze ist nichts weiter bekannt.
Aus diesem Grunde mußte natürlich auch die Feuer- und Feuerlöschordnung im Nov. 1863 neu erlassen werden. Künftig wurden nurmehr 3 herkömmliche Feuerkufen an den Brunnen bereitgehalten. Dafür kamen jedoch 6 „Odelfässer” (Wasserfässer) samt Anspann hinzu. Den Gespannführern wurde hierfür Wachtgeldbefreiung gewährt. Die Spritzenmeister, die für die Wartung, Reinigung, Aufbewahrung u.a. der Schläuche zuständig waren, erhielten hierfür 2-3 fl. je nach Spritze.
Durch die neuen und umgebauten Spritzen mußten nun die Dienste für Schlauchträger neu eingeführt werden. Die Anzahl der städtischen Löscheimer wurde auf 30 erhöht. Daneben hatte jedes Haus einen mit dem Ortsnamen und der Hausnummer versehenen Eimer bereit zu halten.
Die Oberleitung bei Bränden lag beim Bürgermeister und sämtlichen Magistratsräten. Der Kommandant der Landwehrkompanie war für die Wachen (Sicherungseinheiten) zuständig.

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Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eschenbach

„Beseelt von dem Wunsche mit ihrer jugendlichen Kraft dem Gemeindewohl zu nützen und angefeuert durch das Beispiel vieler Stadt und Landgemeinden unseres Vaterlandes, ist eine Zahl von Männern und Jünglingen zusammengetreten und hat sich zu einer freiwilligen Feuerwehr constituiert…”
So beginnt das Schreiben vom 9. Februar 1870 mit dem der provisorische Ausschuß dem Stadtmagistrat und dem Collegium der Gemeindebevollmächtigten die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr angezeigt und um Genehmigung und Übernahme von 259 fl. für die notwendige Ausrüstung ersucht hat.
Gleichzeitig wurden auch die Statuten, die sich die freiwillige Feuerwehr gegeben hatte, vorgelegt (s. Anhang).
Das genaue Datum der Gründungsversammlung ist leider nicht mehr bekannt, dürfte jedoch ende Januar, anfangs Februar 1870 zu suchen sein.
Die Freiwillige Feuerwehr wurde als “nichtpolitischer Verein” mit aktiven und passiven Mitgliedern gegründet.
Der Aufbau der Freiwilligen Feuerwehr orientierte sich an den bereits vorhandenen Strukturen der Pflichtfeuerwehr. So sollte die aktive Abteilung aus

• dem Steigerzug

• dem Spritzenzug

• der Rettungsmannschaft und

• der Reserve

bestehen, die jeweils von einem selbstgewählten Zugführer geleitet werden (§ 6 der Statuten).
Interessant ist auch, daß jeder Feuerwehrmann damals für seine Montur und den Helm selbst zu sorgen hatte. Tüchtigen Feuerwehrmännern, namentlich den Steigern konnten auf Antrag die Kosten durch den Verein erstattet werden. Die Kleidung der damaligen Feuerwehr bestand bei der Steiger-, Spritzen- und Rettungsmannschaft aus einem Helm, soweit vorhanden, und einer Bluse. Die Schutzmannschaft trug eine rot-weiße Armbin (§ 12 der Statuten).
Großes Gewicht wurde auf den untadeligen Lebenswandel und die Disziplin gelegt. Fast acht Paragraphen der Statuten beschäftigen sich mit Strafen und dem Verhalten der Mitglieder.
Mit Beschluß vom 17.Febr.1870 haben die beiden Stadt-Collegien von derAnmeldung und den Statuten Kenntnis genommen und vorbehaltlich der Änderung der Feuerlöschordnung die Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr gebilligt.
Am 28.März 1870 wurde der Freiwilligen Feuerwehr der Beschluß (Genehmigung) der Stadt-Collegien und die Gewährung der geforderten Mittel im Rahmen einer Sit­zung mitgeteilt. In dieser Sitzung (1. Generalversammlung) dürften auch die ersten Wahlen stattgefunden haben und die bereits ausgearbeitete und vorgelegte Satzung (Sta­tuten) formell beschlossen worden sein.
Am 20. April 1870 wurde das Verzeichnis der Mannschaft (52 Mann) der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt übergeben.

Vorstand:         Ferdinand Weißmann

Zeugwart:        Mathias Schäffnegger

Cassier:            Andreas Schöppler

Schriftführer:   Ludwig Mann (gleichzeitig Adjutant)

Chirurg:             Franz Gillich

Hauptmann:       Anton Weißmann

1. Steigermannschaft:                                          II. Rettungsmannschaft:

1. Joseph Strohmeier (Rottenführer)                       1. Josef Winkler (Rottenführer)

2. Johann Strohmeier (Steiger)                                2. Josef Stellwag

3. Johann Gillich sen.                                               3. Josef Weeger sen.

4. Johann Gillich jun.                                                4. Franz Strohmeier

5. Johann Uttendörfer                                               5. Michael Lacher

6. Joseph Wollenschläger                                         6. Balthes Miltner

7. Alois Gillich                                                            7. Johann Besner

8. Anton Kunzmann                                                    8. Gottfried Geßler

9. Johann Kunzmann sen.                                          9. Jakob Bosch

10.Johann Kunzmann jun.                                         10. Alois Dölla

11.Michael Hecke]                                                     11. Josef Heidingsfelder

12.Franz Horntasch                                                   12. Alois Naegelein

13.Simon Holzinger

14.Anton Schmelzer (Schlauchführer)

15.Johann Nachtrab (Schlauchführer)

III. Spritzen-Mannschaft

1. Philipp Engelhardt (Spritzenmeister)                       14. Franz Augustin

2. Josef Hafner ( Spritzenmeister)                               15. Johann Wagner

3. Anton Sand (Ersatzmann der Spritzenmeister)        16. Joseph Schöppler

4. Josef Maag (Rottenführer)                                       17. Lehrer Burger

5. Andreas Denzinger                                                  18. Xaver Kauz

6. Jösef Weeger                                                           19. König Alois

7. Joseph Erath

8. Josef Heidingsfelder jun.

9. Ambros Stellwag

10. Balthes Miltner jun.

11. Reichel Joseph

12. König Jacob

13. Alois Schweigert

Nachdem die Stadt der Bitte der Freiwilligen Feuerwehr nachgekommen ist, ihr die neu angeschaffte Spritze und die übrigen Feuerlöschrequisiten zu überlassen, konnte am Sonntag den 15. Mai 1870 um 15.00 Uhr die nun vollständig ausgerüstete Freiwil­lige Feuerwehr der Stadt bzw. der Öffentlichkeit auf dem Marktplatz vorgestellt werden
Durch Bekanntmachung des Stadtrates vom 27.Mai 1870 wurde der neu gegründete Freiwilligen Feuerwehr die technische Lösch- und Rettungsarbeit übertragen und die gesamten Lösch- und Rettungsutensilien zum Gebrauch überlassen.
Gleichzeitig wurde die gemeindliche Pflichtfeuerwehr, soweit die einzelnen Personen nicht schon bei der Freiwilligen Feuerwehr ihren Dienst versahen, im Brandfalle dem Kommando der Freiwilligen Feuerwehr unterstellt. Dabei wurde die Rettungsmann­schaft der Pflichtfeuerwehr auf 16 Personen erhöht. Diese diente dann zugleich als Sicherheitsmannschaft zur Ergänzung der Freiwilligen Feuerwehr und ersetzte die frü­here Landwehreinheit.
Die Freiwillige Feuerwehr konnte also auf Grund der damaligen mangelnden techni­schen Ausrüstung und ihrer geringen Mannschaftsstärke (52 Mann) die Pflichtfeuerwehr noch nicht vollständig ersetzen. Vor allem der Transport von Löschwasser durch Fässer, Feuerkufen und Löschketten etc. erforderte nach wie vor einen erheblichen Einsatz von Menschen.

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Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr bis 1933

Im Januar 1871 gewährte die Stadt der Freiwilligen Feuerwehr auf Antrag einen Zuschuß in Höhe von 75 fl. zur Beschaffung von Kleidungsstücken. Der Stoff wurde von der Freiwilligen Feuerwehr gekauft; Macherlohn mußten die Mitglieder mit Ausnah­me der Steiger selbst bezahlen.
Die Entwicklung des Mannschaftsbestandes der Freiwilligen Feuerwehr ließ in den kommenden Jahren jedoch zu Wünschen übrig. 1873 zählte die Freiwillige Feuerwehr 52 aktive und 22 passive Mitglieder. Dies bedeutet, daß gegenüber dem Gründungsjahr 1870 der Mannschaftsbestand von 52 nur gehalten werden konnte. Im Laufe des Jahres 1874 sank die Mannschaftsstärke sogar auf 45 ab. Dieser Rückgang der aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zwang die Stadt zum Handeln.
„…Die Freiwillige Feuerwehr ist vermögen ihrer nicht sehr zahlreichen Mannschaft nicht in der Lage, ihrer übernommenen Verpflichtung im ganzen Umfang nachzukommen. Deshalb hat sich der freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr anzureihen, welche Feuerwehren verschmolzen in vereinter Kraft den Anforderungen bei Feuersgefahren vollkommen zu entsprechen im Stande sind.”
Im Januar 1875 wurde deshalb eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt, die der Freiwilligen Feuerwehr angegliedert wurde. Die neue Feuerlöschordnung verpflichtete alle Personen über 18 Jahre. Für die einzelnen Dienste wurden wieder namentliche Listen erstellt. Die Pflichtfeuerwehr bestand neben der Leitungung (Löschdirektion): Bürgermeister, 2 Stadträte und dem Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr aus 4 Abteilungen:

1. Einer Spritzenmannschaft

2. Einer Rettungsmannschaft

3. Einer Wach- oder Ordnungsmannschaft

4. Wasserzubringern

Bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1870 war die Pflichtfeuerwehr nicht aufgelöst worden, sondern verstärkte neben den obligatorischen Wasserzubringern mit einer Sicherungsmannschaft die drei Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr. Jetzt aufgrund der geringen Mannschaftsstärke konnte die Freiwillige Feuerwehr nur mehr mit einer Spritzen- und einer Rettungsmannschaft den Kern der Eschenbacher Feuerwehrkräfte stellen.
Die Qualität, der Ruf und der Ausbildungsstand der kleinen Truppe muß jedoch gut gewesen sein. Denn im April 1875 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Eschenbach vom Bezirksamt den Auftrag, sämtliche Pflichtfeuerwehren der Umgebung einzuüben (2 Hauptübungen pro Jahr) und diese zu kontrollieren.
Im Juli 1875 legte der erste Hauptmann Anton Weißmann (Kaufmann) sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde der Maurermeister Ruppert Zeller gewählt.
Im Jahre 1876 entschloß sich die Freiwillige Feuerwehr eine eigene Feuerspritze an zuschaffen; vermutlich wurde nun die neue städtische Spritze von 1862 von der Spritzen­mannschaft der 1875 neu aufgestellten Pflichtfeuerwehr beansprucht und mit der alten von 1765 konnte die Freiwillige Feuerwehr kaum die Schlagkraft erreichen, die sie sich vorgenommen hatte.
Am 30. Oktober 1876 kam dann die neue Saug- und Druckspritze von der Firma Josef Blümlein in Würzburg mit 50 Meter Schlauch und 32 Meter Saugschlauch in Eschenbach an. Die Kosten von 2000 Mark hatte die Freiwillige Feuerwehr selbst zu tragen. Die Stadt gewährte jedoch einen beträchtlichen Zuschuß in Höhe von 1800 Mark.
Durch diese neue Saug- und Druckspritze war die technische Ausrüstung der Wehr, vor allem der Freiwilligen Feuerwehr, erheblich verbessert worden. Die alte Spritze von 1765 hatte damit ausgedient und wurde seit diesem Zeitpunkt nicht mehr verwendet. Auch die Mitgliederzahl stabilisierte sich Ende der 70-iger Jahre. So betrug z.B.1877 die Mannschaftsstärke der Freiwilligen Feuerwehr 60 Mann.
1880 wurden Entschädigungen für auswärtige Feuerspritzenfahrten eingeführt, die erst nach Anschaffung einer zweiten vierrädrigen Feuerspritze möglich wurden. Denn bis dahin mußte bei jedem auswärtigen Einsatz die neue Spritze von 1863 in Eschenbach selbst verbleiben. Bei auswärtigen Feuerspritzenfahrten bis zu einer Stunde zahlte die Districts-Kasse pro Pferd 2 Mark und 1,80 Trinkgeld, über eine Stunde 4 Mark und 3 Mark Trinkgeld.
Im Juli 1881 wurde der Stadt Eschenbach von der Münchner und Aachener Mobiliar-Feuer-Versicherungs Gesellschaft eine zweirädrige Löschmaschine der MarkeKirchmaier & Sohn aus München geschenkt. Diese tragbare Löschmaschine ist heute noch vorhanden. Der damalige Hauptmann Lehrer Halter hatte sich zwar wehement für einen „Hydrophor” (Wasserzubringermaschine) statt dieser Löschmaschine eingesetzt, jedoch vergeblich. Eine „Wasserzubringermaschine”, heute würde man von einer Saugpumpe sprechen, wäre natürlich für den Löschwassertransport von größter Wichtigkeit gewesen, da die vorhandenen Spritzen über Löschketten (mit Eimern) versorgt werden mußten. Die vorhandenen Saugschläuche der Druck- und Saugspritzen reichten nur wenige Meter weit, bis zur nächsten Feuerkufe oder Wasserfaß, die an die Brandstelle gefahren werden mußten. Die weitere Versorgung erfolgte dann über Löschketten von den Weihern oder Brunnen aus, was natürlich die Effektivität der Feuerspritzen und Löscharbeiten erheblich einschränkte und darüber hinaus vieler Menschen bedurfte. 1885 wurde die noch vorhandene Schlauchhaspel und einige Leitern angeschafft.

Zweirädrige Druck-Feuerspritze

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Zweirädrige, tragbare Löschmschine von 1881 Marke: Kirchmaier & Sohn

Die Mannschaftsstärke der Freiwilligen Feuerwehr betrug in den 80-iger Jahren des letzten Jahrhunderts zwischen 56 und 58 aktive. Z.B. 1890 umfaßte die Freiwillige Feuerwehr 58 aktive Mitglieder, die Pflichtfeuerwehr 78 und 15 Zugpferde. An persönlicher Ausrüstung waren zu dieser Zeit nur 12 Lederhelme und 46 Mützen vorhanden, also nicht einmal ein Helm je Feuerwehrmann. Gerätschaften waren folgende vorhan­den: 2 Druckspritzen, 1 Druckspritze, kleine Spritze mit Kübel, Schlauchhaspel.
Die notwendige Anschaffung eines Hydrophors (Wasserzubringers) wurde 1889 ver­stärkt und die Stadt erreichte durch Prinz Luitpold sogar eine Zuschußzusage von 100 Mark der Münchner und Aachener Versicherungsgesellschaft.
Im Juni 1890 konnte dann der Vertrag zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Firma Justus Braun, Nürnberg über die Lieferung eines Wasserzubringers mit Spritze zum Preis von 800 Mark abgeschlosen werden.
Die Lieferung des heute noch vorhandenen Hydrophors (Saug- und Druckspritze) erfolgte im Januar 1891. Die Kosten wurden von der Freiwilligen Feuerwehr bis 1894 in Raten abgezahlt.
Damit war ein weiterer Schritt zu einer besseren und effektiveren Brandbekämpfung und damit zur Feuersicherheit getan worden. br> Darüberhinaus wurde die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr 1897 durch die Anschaffung von 64 Stahlblechhelmen mit Messingkamm und Gürteln wenigstens soweit komplettiert,daß nun für jeden Feuerwehrmann ein Helm zur Verfügung stand.

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Hydrophor (Saug- und Druckspritze) von 1891

1898/99 wurde von den Stadtwerken Ansbach beim Bau der Wasserleitung von Gers­bach nach Ansbach der Stadt kostenlos ein Hydrant installiert, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden konnte, wie die folgenden 10 Jahre zeigen soll­ten.
In den 90-igern Jahren stieg die Zahl der aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr kontinuierlich an und erreichte 1901 mit 74 aktiven ihren vorläufigen Höchststand.
Trotzdem blieb die Pflichtfeuerwehr, etwa in derselben Stärke wie die Freiwillige Feuerwehr, nach wie vor für einen ausreichenden Feuerschutz unentbehrlich. Denn allein für das Pumpen („abdrücken”)an den beiden Feuerspritzen dürfte mehr als die Hälfte der Freiwilligen Feuerwehr ständig erforderlich gewesen sein.
Die Jahre 1907 bis 1909 sollten für die Freiwillige Feuerwehr zu den härtesten Belastungsproben seit ihrer Gründung werden, die bei insgesamt vier Großbränden, davon drei in der Innenstadt ihr gesamtes Können erforderten, wobei sich in einigen Fällen jedoch negativ bemerkbar machte, daß sie über Jahre hinweg nie zu einem ernsthaften Brandfall ausrücken mußte.
Am 31 Oktober 1907 morgens um 4 Uhr brach im Anwesen der Maurerswitwe Kath. Stellwag Feuer aus und vernichtete das Wohnhaus samt dem angebauten Stadel. Vieh und die Gegenstände im Stadel und im unteren Wohnzimmer wurden gerettet; der Stall blieb unversehrt. „ Unglücklicherweise”, so berichtete der damalige Stadtpfarrer Müller, „war der Feuerwehrhauptmann Fritz Leng, nicht zuhause; niemand vertrat seine Stelle; so tat jeder was ihm gut dünkte. Die Spritzenmannschaft pumpte aus Lei­beskräften, aber die Schläuche füllten sich nicht mit Wasser; endlich merkte man, daß der Sauger fehlte. Unter normalen Umständen wäre es wohl möglich gewesen, das Wohnhaus zum größten Teil zu retten…”
Bereits am 24. März des folgenden Jahres (1908) wurde die Feuerwehr wieder zu einem Ernstfall, diesmal in der Innenstadt gerufen. Dort kam in der mit dem Wohnhaus fest zusammengebauten Scheune des Gütlers Josef Zöbelein (heute Hauptstrasse 13) um 10.00 Uhr morgens Feuer aus. Dank des 1898/99 beim Wasserleitungsbau der Stadtwerke Ansbach durch Eschenbach eingerichteten Hydranten konnte soviel Löschwas­ser geliefert werden, daß das unmittelbar anstoßende Haus des Privatiers Gentner (Hausnummmer 6, heute Hauptstraße 15) gerettet werden konnte.
Noch im gleichen Jahr kam es zu einer weiteren Brandkatastrophe in der Innenstadt, die alles bis dahin Dagewesene in den Schatten stellte. Um 20.00 Uhr am 3. November1908 brach in der Bäckerei Böck (Hausnr. 48, heute Wolfram-von-Eschenbach-Platz 12) ein Großbrand aus, der dieses und das benachbarte Anwesen Werzinger(alte Hausnr.49) links davon völlig zerstörte. Das Schäffenegger-Anwesen , die Knabenschule und die Kirche konnten gerettet werden, obwohl im Glockenstuhl des Kirchturms, deren Schallöffnungen man zunagelte, bereits unerträgliche Hitze herrschte. Auch die Dächer der Knabenschule und des Schäffnegger-Anwesens fingen bereits Feuer. Auf Drängen der Bevölkerung zog sogar der Pfarrer mit dem Allerheiligsten zur Brandstätte, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Nur dem Umstand, daß der Hydtrant genug Wasser lieferte und die Stadt kurz vorher zwei Wasserbecken in unmittelbarer Nähe errichtete und dem Großeinsatz der Feuerwehren von Wattenbach, Wöltendorf, Sauernheim, Gerbersdorf, Merkendorf, Ornbau, Selgenstadt, Mitteleschenbach, Heglau, Hirschlach und sogar Gunzenhausen ist es zu verdanken, daß an diesem Tage nicht die gesamte Stadt dem Feuer zum Opfer gefallen ist. Auf den beiden Brandstätten wurde, unter Einbeziehung des Werzinger-Anwesens, 1908 die heutige Bäckerei Böck errichtet.
Kaum 10 Monate später am 27. September 1909 wurde die Feuerwehr wieder zu einem Brandfall in der Innenstadt gerufen. Um 10.30 Uhr mittags brach im „Wirtsfranzenschen Stadel” (heute Metzgerei Weeger) Feuer aus, eben als die Offiziere um Prinz Pupprecht geschart nach der Besichtigung des Regiments zur Kritik zusammenkommen wollten.Das 2. Bataillon des Leibregiments unter Major Reitzenstein wurde sofort zur Hilfeleistung kommandiert. Das Feuer war durch das unvorsichtige Handieren mit einer brennenden Zigarre eines der vielen Schaulustigen entstanden, die der Besichtigung durch den Prinz Rupprechr zusehen wollte. Dem Militär war es hauptsächlich zu verdanken, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb. Das hier einquardierte Offizierskorps steuerte am selben Tage noch für die Brandleute 140 Mark zusammen, das von Altenmuhr 89 Mark und Prinz Rupprecht 100 Mark an.
Mit 75 aktiven Feuerwehrleuten erreichte der Mitgliederstand der Wehr 1911 ihren bisherigen Höhepunkt. Der Mitgliederstand der Pflichtwehr betrug zum gleichen Zeitpunkt lediglich noch 34 Personen.
1912 bis 1915 wurden von der Stadt insgesamt 64 Jacken und Uniformen für die Freiwillige Feuerwehr angeschafft. Damit war die Wehr auch erstmals einheitlich gekleidet.
1925 wurde von der Stadt eine neue vierräderige Saug- und Druckspritze (Konstruktion VB) von der Firma Magirus Feuerwehrgeräte GmbH, München für 2082,50 Mark angeschafft. Leider wurde keine Motorspritze, sonderen lediglich wiedeer eine von Hand zu bedienende Druck- und Saugspritze angeschafft, die wahrscheinlich die alte von 1862 ersetzen sollte.

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Vierräderige Magirus-Handdruckspritze
für Hand- und Pferdezug

1926 erreichte die Freiwillige Feuerwehr mit 80 aktiven Mitgliederen ihren bisher höchsten Stand
seit Gründung.
1930 wurde dann von der Stadt die heute noch vorhandene trag- und fahrbare Magirus Kleinmotorenspritze Größe II “Liliput” zum Preis von 4.352 RM erworben. Hierfür erhielt die Stadt einen Zuschuß von 40% durch den Staat. Außerdem wurde die 1925 angeschaffte Motorspritze für 1.400 RM wieder verkauft (Gemeinde Unterleichtersbach) und damit der Neukauf mitfinanziert.
1931 verfügte die Freiwillige Feuerwehr Wolframs-Eschenbach über folgende Gerät­schaften:

1. Eine trag- und fahrbare Motorspritze Magirus (1930)

2. Einen Wasserzubringer (1891)

3. Eine ältere Saug- und Druckspritze (1862)

4. Eine Feuerwehrleiter mit Stützstangen 10 m lang

5. Fünf Hakenleitern für Steiger

6. 340 m Rohhanfschläuche Gr. 50 mm

7. 100 m Rohhanfschläuche Gr. 75 mm

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Die Zeit des Dritten Reiches und die Auflösung

Mit der Machtübernahme begann auch die Gleichschaltung der Feuerwehren. 1934 wurde der bisherige Adjutant und SA-Reserveführer Josef Schmelzer infolge der Gleichschaltung, auf Vorschlag des Bezirks-Feuerwehrvertreters mit Genehmigung des Stadtrates, zum Kommandanten bestellt.
Ab 1934 wurde die Luftschutzausbildung (Gebrauch von Gasmasken, Erkennen von Kampf- und Gasstoffen, Entgiftung, Wirkung von Bombenangriffen etc.) eingeführt und intensiv ausgebaut.
Als nächster Schritt zur Gleichschaltung wurden die Freiwilligen Feuerwehren als öffentliche Feuerwehren anerkannt. Damit wurde die Freiwillige Feuerwehr dem Bür­germeister unterstellt. Diesem war der Führer der Feuerwehr verantwortlich.
1937 im Februar mußte Kommandant Josef Schmelzer zurücktreten. An seiner Stelle wurde am 25.April 1937 Johann Riedel vom Bezirksbrandinspektor zum Komman­danten befördert.
Ende 1939 war dann die Gleichschaltung abgeschlossen. Durch das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23.November 1938 und der VO über die Organisation der Freiwilligen Feuerwehren vom 24.Oktober 1939 wurden die von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine aufgelöst. Die Feuerwehren wurden zu einer techni­schen Hilfspolizeitruppe, die von einem Wehrführer geleitet wurde. Die Feuerwehrmänner hatten künftig folgenden Eid zu leisten:
„Ich schwöre: Ich will dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, die Treue wahren, ihm und meinen von ihm bestellten Vorgesetzten Gehorsam leisten meine Dienstpflichten pünktlich und gewissenhaft erfüllen”.
Durch die Auflösung des Vereins traten an die Stelle der Generalversammlungen jetzt die General-Appelle der Freiwilligen Feuerwehr.
Aufgrund der neuen und vielfältigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr u.a. bei einem künftigen Kriegsfalle (Luftschutz, Bombenangriffe etc.) wurde die Ausrüstung wieder verbessert. So traf im Juni 1939 die heute noch vorhandene zweirädrige Magirus Patent-Leiter in Stahlausführung (Bauart „FSL 214) mit einer Steighöhe von 14 m hier ein. Die Kosten beliefen sich auf 1.770,— RM, die die Stadt zu übernehmen hatte.Wiederholte Hinweise des Landrates, daß der geschlossene Kirchgang der Feuerwehren unstatthaft ist und nur bei Beerdigungen eines Kameraden, und nicht zum anschlie­ßenden Gottesdienst erfolgen soll, zeigen, daß die Feuerwehr in Wolframs-Eschenbach nach wie vor, trotz der Gleichschaltung, in die örtliche Tradition der Kirche und ihrer Feste eingebunden geblieben ist.
Am 1. August 1942 wurde Johann Riedel zum Unterkreisführer und Andreas Heckel zum Wehrführer befördert.

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Neuanfang nach dem Kriege

Erst mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 1. Juni1946wurden die bis dahin bestehenden Reichsgesetze aufgehoben.
Bei der ersten Generalversammlung am 28. Februar 1946 seit der Aufhebung des Vereins wurde der Verein quasi „Wiedergegründet” und auch wieder ein Vorstand (hier Heckel Andreas) gewählt.
Ab dem Zweiten Weltkrieg hatte die Freiwillige Feuerwehr alleine für den Feuerschutz in Wolframs-Eschenbach zu sorgen. Von der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr an bis zum Ende des Krieges hatte immer neben der Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr bestanden, die jedoch seit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (1870) unter ihrem Kommando gestanden hat. 1946 führte die Freiwillige Feuerwehr, da man nach dem Kriege einen großen Nachholbedarf hatte, ihre bis vor einigen Jahren stattfindenden Faschingsbälle ein.
Anfangs der 50-iger Jahre war es um den Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr schlecht bestellt, so daß 1953 von seiten der Stadt eine Feuerschutzabgabe eingeführt wurde, um diesem Problem beizukommen.
Auch kulturell hat sich die Freiwillige Feuerwehr Wolframs-Eschenbach, durch ihre ab1953bis 1959 durchgeführten Theaterabende stark engagiert.
1953 begann die Ära des Kommandanten Ferdinand Sand, der in den folgenden Jahren, die Freiwillige Feuerwehr zu einer ausgezeichneten Wehr mit hoher Qualität formte und so zur größten und best ausgebildeten Ortswehr im Landkreis Gunzenhausen machte. Auch die Kameradschaft kam dabei nicht zu kurz. Die ab dieser Zeit stattfindenden Feuerwehrausflüge, manchmal über mehrere Tage, sind vielen noch in bester Erinnerung.
Bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 25. März 1954 wurde eine neue Satzung der Freiwilligen Feuerwehr beschlossen, da die alte, seit der Gründung kaum veränderte, den tatsächlichen Gegebenheiten nicht mehr entsprach. Seit Auflösung des Vereins 1939 war man „de facto” ja ohne gültige Satzung gewesen.
Am 9. und 10. Juni 1956 feierte die Wehr, unter großer Beteiligung der Bevölkerung, ihr 85-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe. Denn bisher hatte die Wehr noch keine eigene Fahne besessen. Am Festzug nahmen 29 auswärtige Wehren teil. Die Paten­schaft wurde von der Merkendorfer Wehr übernommen.
Im August 1958 konnte endlich die erste elektrische Sirene in Betrieb genommen werden. Die für 1.509,-DM von der Stadt beschaffte Sirene ermöglichte eine schnelle und bessere Alarmierung der Wehr. Bisher wurde die Wehr noch durch das Läuten der Kirchenglocken, ab 1953 zusätzlich durch eine Feueralarm-Sirene auf dem oberen Torturm, alarmiert.
Den guten Ausbildungsstand der Wehr konnte diese beim Großbrand des Anwesens Kunzmann, Lichtenauer Straße am 26. Mai 1959 unter Beweis stellen. Durch das rasche Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr konnte das Übergreifen auf die Nachbaranwesen verhindert werden. Die Scheune und das Wohnhaus wurden jedoch ein Raub der Flammen.
Endlich war es soweit. Am 11. Oktober 1961 ging für die Freiwillige Feuerwehr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, als diese persönlich bei der Firma Barchert, Kochendorf das erste Feuerwehrfahrzeug abholen konnte (Kosten: 32.000,- DM). Am 11. November 1961 wurde das Fahrzeug geweiht und im Rahmen einer Schauübung (Flugzeugabsturz mit Scheunenbrand) der Bevölkerung vorgestellt. Damit hatte der technische Ausrüstungsstand einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.
In Eschenbach selbst kam das neue Löschfahrzeug zum ersten Male beim Scheunenbrand im Anwesen Gehret, Biederbacher Straße am 19. Juli 1965 zum Einsatz. Durch das schnelle und präzise Eingreifen unserer Wehr konnte das Wohnhaus gerettet werden und die anderen Wehren brauchten nicht mehr einzugreifen.
Im August 1965 trat Kommandant Sand wegen innerer Querelen zurück. Neuer Kommandant wurde sein langjähriger Stellvertreter Anton Einzinger.
Ihre nächste größere Belastungsprobe bestand die Wehr fast ein Jahr später. Am 26. April 1966 brach gegen 23.00 Uhr im Lagerhaus von Georg Dörr, Hauptstraße ein Brand aus, der sich rasch zum Großbrand entwickelte und die gesamte Altstadt bedrohte. Die Freiwillige Feuerwehr war bereits 3 Minuten nach ihrer Alarmierung zur Stelle. Durch die hervorragende Leistung und ihren vorbildlichen Ausbildungsstand konnte die Freiwillige Feuerwehr, unterstützt durch die Feuerwehren von Gerbersdorf, Merkendorf, Gunzenhausen, Selgenstadt, Mitteleschenbach, Großbreitenbronn, Biederbach und Wattenbach, das Übergreifen auf das Wohnhaus und die Nachbaranwesen verhindern. Bei dieser Aktion kamen insgesamt 1B und 14 C-Rohre zum Einsatz.
Vom 21. bis 23. Mai 1971 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Am Festzug nahmen ca. 70 Vereine, davon 2000 Feuerwehrleute teil.
Durch die Anschaffung einer neuen TS 8 Pumpe konnte am 23. Juni 1972 die Ausrüstung weiter komplettiert werden.
Die Gebietsreform 1972 brachte es mit sich, daß die Waizendorfer Wehrmänner als 5. Löschgruppe in die Freiwillige Feuerwehr Wolframs-Eschenbach aufgenommen wur­den.
Im September 1979 trafen endlich die seit langem fehlenden Atemschutzgeräte für die Freiwillige Feuerwehr ein. In der jüngsten Vergangenheit war es immer wieder zu Situationen gekommen, die den Einsatz von Atemschutzgeräten erforderlich gemacht hatten. In diesen Fällen mußten immer wieder die Nachbarwehren, die über solche verfügten, alarmiert und geholt werden, was zu nicht vertretbaren Verzögerungen und die Gefährdung von Menschenleben hätte führen können. In den darauf folgenden Monaten mußten die neuen Geräte bereits dreimal bei Keller- und Heizungsbränden eingesetzt werden.
Für das Floriansfest und die 110-jährige Gründungsfeier der Wehr wurde vom 1. bis 3. Mai 1981 die Maschinenhalle Winkler zum Festzelt umfunktioniert.
Seit Mai 1984 ist die Freiwillige Feuerwehr an das Funkalarmierungsnetz angeschlossen, was die Alarmierungszeiten wesentlich weiter verkürzt.
Am 7.11.1984 (Inkrafttreten am 1.1. 1985) wurde die Satzung über die Freiwilligen Feuerwehren (öffentliche Einrichtung der Stadt) in Wolframs-Eschenbach erlassen, in der u.a. auch die „freiwilligen Leistungen” der Freiwilligen Feuerwehr verankert sind. Endlich nach jahrzehntelangen Bemühungen und der langwierigen Standortsuche konnte der Bau eines eigenen Feuerwehrgerätehauses 1987 im Steingrubenweg begonnen werden. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr leisteten hierbei 365 freiwillige Stun­den.
Im Juli 1988 erfolgte dann die Einweihung des 900.000,- DM teueren Bauwerkes und die Übergabe an die Freiwillige Feuerwehr. Damit war die Raumfrage gelöst und die Freiwillige Feuerwehr konnte aus der unzumutbaren Enge des alten Rathauses, das der Feuerwehr jahrhundertelang als Domizil gedient hatte, ausziehen.
Durch die Übergabe des neuen Löschfahrzeuges (LF 16) im Januar 1989 durch die Stadt war die Wehr nun auch, was den Fahrzeugbestand betraf, wieder auf dem aktuellen Stand. Die Kosten beliefen sich auf 285.000,- DM, wovon der Freistaat 120.000,-DM, der Landkreis Ansbach 57.000,—DM und die Bayer.Versicherungskammer 12.000,- DM an Zuschüssen leisteten.

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Die Freiwillige Feuerwehr heute

Die Freiwillige Feuerwehr ist heute eine öffentliche Einrichtung der Stadt. Die Stadt bedient sich zur Gewinnung der notwendigen Anzahl von Feuerwehrdienstleistenden der Vereine „Freiwillige Feuerwehr”
Die Freiwillige Feuerwehr (Verein) weist zum 1.05.2004 einen Mitgliederstand von 169 Personen auf. Davon sind 85 aktive, 56 passive und 28 fördernde Mitglieder.

Vorstand: Sand Josef

Kommandant: Wechsler Alfred

Schriftführer: Seitz Konrad

Kassier: Werner Andreas

Gerätewart: Santin Mario (KFZ)

Gerätewart: Eder Ingo (Bekleidung)

Zur Zeit verfügt die Freiwillige Feuerwehr über folgende Gerätschaften:

Feuerwehrfahrzeug LF 16/12 (mit 1200 ltr. Tank)
LF 16 TS mit Vorbaupumpe
Mehrzweckfahrzeug
8 Atemschutzgeräte

In den letzten 20 Jahren hat sich die Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr auch gewandelt. Zur eigentlichen Aufgabe auf dem Gebiet der Brandbekämpfung ist mehr und mehr die technische Hilfeleistung (Verkehrsunfälle, Ölunfälle, Hochwassereinsätze etc.) hinzugekommen. Dadurch nimmt die Technisierung der Wehr weiter zu. Die erfordert natürlich auch eine bessere und qualifiziertere Ausbildung.
Auch der Beschluß des Bundesverfassungsgerichtes vom 24.11.1995 zur Verfassungswidrigkeit der Feuerschutzabgabe stellte die Stadt und die Freiwillige Feuerwehr vor neue Probleme. Es galt neue Lösungen zu suchen, um die Feuerwehren weiterhin attraktiv und einsatzfähig zu erhalten.
Im Dezember 1996 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet und somit der fortbestand der Freiwilligen Feuerewehr gesichert.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, daß es immer verantwortungsbewußte Leute geben wird, die sich der Aufgabe stellen und damit der Bevölkerung sicheres Leben und Wohnen ermöglichen.

Gott zur Ehr — dem nächsten zur Wehr”

Vorstände der FFW*

von bis
Weißmann Ferdinand (Magistratsmitglied)   1870 1874
Dumm Leonhard
1874 1875
Dumm Bernhard  1875 1879
Denzinger Andreas (Spezereienhändler)  1879 1880
Bück Anton (Bäckermeister)    1880 1886
Denzinger Andreas  1889 1890
Miltner Anton (Bürgermeister)  1890 1893
Dum Josef     1896
Miltner Anton (Bürgermeister) 1901 1904
Dum Josef (Kaufmann)  1913
Ritzer Josef
1920 1937
Heckel Andreas   1946 1953
Ritzer Franz  1953 1954
Hermann Josef
1954 1979
Frey Josef 1979 1990
Kocher Franz 1990 2003
Sand Josef 2003 2014
Auernhammer Michael 2014 2019
Wechsler Sven 2019  

Hauptmann, Kommandant, Wehrführer

Weißmann Anton (Kaufmann) 1870 1875
Zeller Rupert (Maurermeister) 1875
Denzinger Andreas 1878
Winkler  1879
Halter Franz (Lehrer)  1879 1884
Reichel Josef  1885 1890
Dumm Josef   1892 1900
Leng Friedrich 1901 1917
Stellwag Silver (Metzger)  1920
Leng Friedrich 1921 1927
Hausmann Karl   1929 1933
Schmelzer Josef  1934 1937
Riedel Johann 1937 1953
Heckel Andreas 1942 1946
Sand Ferdinand 1953 1965
Einzinger Anton
1965 1979
Hausmann Anton
1979 1996
Kocher Ludwig 1996 2002
Wechsler Alfred 2002 2017
Mitzler Manuel 2017

Schriftführer (anfangs auch gleichzeitig Adjutanten)

Mann Ludwig (Stadtschreiber) 1870 1879
Miltner Anton 1879 1881
Reichel Josef 1883
Lederer 1889
Holzinger
1903
Ebersberger Karl 1905 1936
Heckel Andreas 1936 1946
Vogt Hans  1946 1950
Vogt Georg
Kocher Heinrich 1950 1953
Einzinger Anton  1953 1962
Rögner Albert
1962 1964
Strohmeier Heinz 1964 1979
Glas Josef    1979 1990
Kocher Ludwig 1990 1996
Seitz Konrad
1996

Kassier

Schöppler Andreas 1870 1886
Eder 1896
Böck Josef 1906
Miltner Anton 1907 1909
Weeger Silver 1931 1946
Weeger Anton 1946 1979
Dörr Josef 1979 1990
Wechsler Alfred 1990 2002
Werner Andreas 2002 2014
Kocher Franz jun. 2014

 

Zeugwart (Bekleidung) / Gerätewart (bis 1990)

Schäffnegger Mathias 1870 0
Denzinger Andreas  1874 1897
Stellwag Silver 1897 1900
Besner Josef  1900 1910
Völler Franz 1910 1936
Sterner Georg 1936 1939
Erath Josef  1939
Jank Josef 1962 1975
Werner Springer/Walter Lederer 1975 1979
Lechner Hans 1979 1990
Eder Ingo 1990 2010
Auernhammer Michael 2010

 

Gerätewart (KFZ u. Gerätschaften) (ab 1990)

Hausmann Bernhard 1990 2002
Santin Mario 2002  2013
Vogt Björn 2014 2017
Zimmermann Daniel und Kocher Andreas 2017

*Die angegebenen Jahreszahlen beziehen sich auf die tatsächlich nachweisbaren Amtszeiten
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